In der Gegend Deutschlands
südlich des Mains spricht man bis heute nicht vom Schlepper oder Traktor
sondern vom Bulldog. Ein John Deerre wird sogar oft noch als Lanz bezeichnet.
Hier hat es die Firma Lanz geschafft (wenn auch nicht beabsichtigt) aus
einem Produktnamen eine Bezeichnung für eine ganze Art zu machen.
Dies geht sogar so weit damit der Bulldog in vielen Lexika oder gar im
Duden ,wo man ihn als "die Zugmaschine schlechthin" erklärt, seinen
Einzug hielt. Es ist schon etwas eigenartig wenn eine Produktbezeichnung
oder auch ein Firmenname sich selbst überdauert und nunmehr seit 43
Jahren nachdem der letzte Lanz Bulldog vom Band rollte immer noch in dem
heutigen sprachgebrauch der Menschen vorhanden ist. Was hat dem Lanz Bulldog
diesen legendären Ruf verschafft? Vielleicht lag es an dem Aussehen
der Bulldogs, dessen Zylinderkopf mit den Schutzkappen und Enlüftungslöchern
dem Kopf einer Bulldogge ähnelten. Auch typisch ist der horizontal
angebrachte Auspuffkamin mit der Doppelkegelform. Wenn man auf einem Schleppertreffen
vor dem Stellplatz steht und die Lanz Bulldogs sucht, muß man nur
nach dem Doppelkegelauspuff Ausschau halten der die meisten anderen Schlepper
überragt um zu den großen Einzylindern zu finden. Das Aussehen
der Bulldogs kann man bei allen Generationen vom 12erLanz bis zu den Volldiesel
als äußerst kraftvoll und bullig bezeichnen. Zu ihrem Äußern
paßte auch das Motorgeräusch, das sich wie dumpfer Hammerschlag
anhört und begleitet wird vom ständigen hin und her ruckeln und
vibrieren des gesamten Fahrzeugs. Insgesammt produzierte die Firma Lanz
innerhalb von 39 Jahren 219253 Schlepper. Der Anteil der Bulldogs mit ihren
langsamlaufensen 1 Zylinder 2 - Takt Motoren beträgt ca. 98%.
1921 wurde auf der DLG in Leipzig
der erste Rohölschlepper der Welt in der Öffentlichkeit vorgestellt.
Gebaut unter der Führung von Ing. Dr. Huber war er mit einem 12 PS
starken Glühkopfmotor ausgerüstet. Den Namen "
BULLDOG " bekam er von den Mitarbeitern des Dr. Huber welche aufgrund
seines Aussehens ähnlichkeiten mit einer englische Bulldogge feststellten.
Im Jahr 1926 folgte der 10,3 Liter
Verdampfer Großbulldog, der die HR- Serie begründete. Er verfügte
über ein 4 - Gang Getriebe. Zum rückwärtsfahren mußte
die Drehrichtung des Motors umgesteuert werden.Vom HR 2 Großbulldog
konnten innerhalb von nur 3 Jahren 7230 Einheiten in verschiedenen Ausführungen
verkauft werden. Schon in den 20er Jahren wurde ein großer Teil der
Bulldogs ins Ausland exportiert. So auch in tropische Länder, wobei
sich seine Verdampdungskühlung, wegen der dortigen Hitze und der Wasserknappheit,
als schlecht geeignet herausstellte.
Nur 3 Jahre später stellte
Lanz den HR5 und den HR6 Bulldog vor, die mit einer Thermosyphonkühlung,
neuem Getriebe und Rückwärtsgang ausgerüstet waren vor.Dieser
Bulldog wurde dann mit geringen Veränderungen bis 1954 gebaut. Eigentlich
war 1952 schon die Zeit der Glühköpfe vorbei, denn ab diesem
Jahr baute Lanz die Halbdieselbulldog.